Auszüge aus der 13. Ausgabe

Fortsetzung des Beitrags „Warum Kinder sich autistisch verhalten ...

Im vorherigen Beitrag berichteten wir über eine Veröffentlichung des britischen Autismusforschers Prof. Dr. Shattock (Sunderland) und Kollegen, wo der Versuch unternommen wurde, die bizarren Verhaltensweisen von autistisch Behinderten zu erklären. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass Störungen im Neurotransmitter-System diese mitunter bizarren Verhaltensweisen erklären können. Auch der nachfolgende Beitrag stützt sich auf die Veröffentlichung von Shattock und Kollegen, wo der Erklärungsversuch unternommen wird, warum das Neurotransmittersystem so nachhaltig gestört ist.

Warum Kinder sich autistisch verhalten ...

Die Wirkung von Opioiden

Opioide oder Opiate sind ein Überbegriff für verschiedene Stoffe, die auf den gleichen Rezeptortyp im Hirn zugreifen und die deshalb ähnliche Wirkungen entfalten. Man kennt diese Substanzen als körpereigene Stoffe, als Medikamente, als Missbrauchsdrogen und beim Autismus als Stoffwechselprodukte bestimmter Nahrungen.

Der fachkundige Leser wird diese Unterscheidungen kennen. Da wir jedoch davon ausgehen müssen, dass viele unserer Leser keine Fachleute sind, wollen wir in den nachfolgenden Zeilen Ihnen erläutern, was man unter diesen Substanzen versteht und wie sie wirken.

1. Endorphine

Endorphine (oder auch Endogene Morphine genannt) sind körpereigene Stoffe (Proteine), die in Jedem von uns stecken und die wie Drogen wirken, wenn sie zum Einsatz kommen. Dabei hat die Natur den Menschen mit diesen "Drogen" schon lange vor der Zeit ausgestattet, bevor vom Menschen die Wirkungsweise der Stoffe entdeckt wurde, die wir heute als Drogen oder als Rauschgifte bezeichnen. Allerdings wurde die Existenz der Endorphine (also der körpereigenen Drogen) von der Wissenschaft erst nachdem entdeckt, als die Rauschgifte schon lange bekannt gewesen sind. "Endo" bedeutet "innen" und Morphin ist der wichtigste Bestandteil des Opiums. So kam der Name Endorphin zustande und bezeichnet also Proteine, die vom menschlichen Körper selbst hergestellt werden und die gleiche bzw. ähnliche Wirkung wie Opiate haben. Diese körpereigenen Opiate werden oft auch als Opioide bezeichnet.

Man nennt Endorphine auch die körpereigenen Glückshormone. Ihre Wirkung entfalten sie nämlich an den Stellen im Gehirn, die für den Rauschzustand, das Schmerzempfinden oder für den Glückszustand verantwortlich sind.

Man nimmt an, dass Stimmungen und Gefühle im Gehirn speziell im limbischen System erzeugt bzw. verarbeitet werden. Gerade an der Anregung solcher Glücksgefühle sind Endorphine beteiligt, in dem sie in den Stoffwechsel der Neurotransmitter eingreifen. Als weiteres Glückshormon gilt deshalb auch der Neurotransmitter Serotonin, auf welchen wir später noch näher eingehen werden. Endorphine drängen diesen Neurotransmitter in den synaptischen Spalt bzw. blockieren die Wiederaufnahme und sorgen daher für eine längere bzw. intensivere Wirkung, was wir dadurch merken, dass wir glücklich und zufrieden sind.

Überhaupt wenn es um die Weitergabe oder die Verarbeitung von Wahrnehmungen oder Reizen geht, kommen Endorphine zum Einsatz. Wenn wir auf unser früheres Beispiel mit den Ampel, die den Straßenverkehr der Großstadt regeln, noch einmal zurück kommen, dann sind es nicht nur die Neurotransmitter alleine, die dieses System in unserem Körper ausmachen. An allen Schaltzentralen des menschlichen Körpers finden wir Endorphine im Einsatz, die an der Steuerung der Reize beteiligt sind.

Opioide oder Endorphine sind keine Laune der Natur, um uns Menschen bzw. auch anderen Lebewesen das Leben lebenswerter zu machen, indem wir hin und wieder uns selbst einen "Schuss Glück" verpassen zu können. Vielmehr ist ihre Funktion lebensnotwendig, was klar wird, wenn wir das Thema Schmerzen bzw. Schmerzempfinden einmal genauer betrachten:

Schmerzen sind in erster Linie Nachrichten, die unserem Gehirn melden, dass da etwas nicht in Ordnung ist. Deshalb verfügt unserer Körper über ein weit verzweigtes System mit speziellen Rezeptoren, die in der medizinischen Fachsprache Nozizeptoren genannt werden.

Wiederum sorgen einige unterschiedliche Faktoren dafür, dass das Schmerzempfinden nicht bei allem Menschen gleich ist bzw. dass ein und derselbe Mensch an einem Tag einen Schmerz als heftig und am nächsten Tag nur noch als störend empfindet. Neben einigen anderen Stoffen ist auch der bereits erwähnte Neurotransmitter Serotonin daran beteiligt, ob die Schmerzrezeptoren empfindsamer sind oder nicht. Werden die Nozizeptoren empfindsamer, dann nimmt der Mensch den Schmerz früher und stärker war.

Die Empfindsamkeit des Nozizeptors kann auch dadurch erhöht werden, dass bei Reizung desselben die "Substanz P" freigesetzt wird. Auf diesen Stoff werden wir später noch einmal zu sprechen kommen. Substanz P bewirkt eine starke Erweiterung der Blutgefäße, steigert dabei die Durchlässigkeit der Gefäßwände und erhöht damit die örtliche Durchblutung des Gewebes.

Mit Ausnahme der Personen, die unter chronischen Schmerzen leiden, machen wir alle immer wieder die Erfahrung, dass der Schmerz mit der Zeit nachlässt. Daran beteiligt sind körpereigene schmerzhemmende Stoffe, deren Bildung im Gehirn angeregt und im Rückenmark reguliert werden. Dazu zählen neben Substanzen wie GABA, Glyzin, Serotonin und Noradrenalin auch die Opioide. Man geht davon aus, dass die Rolle der Opioide die ist, dass sie nicht direkt wirken, sondern die Wirkung der Neurotransmitter in Bezug auf Intensität und Länge regulieren.

Wenn dieses System aus welchen Gründen auch immer gestört ist, kann es zu chronischen Schmerzen kommen, die nicht einmal eine direkte Ursache haben müssen. Wenn ein Schmerzreiz lang anhält oder besonders stark ist, dann kann es zu Veränderungen der Nervenzellen kommen, indem vermehrt Ionenkanäle und Rezeptoren ausgebildet werden. Dann kann es sein, dass bereits bei schwachen Reizen oder sogar ohne einen Reiz Schmerzsignale an das Gehirn weitergeleitet werden (Phänomen des Schmerzgedächtnisses).

Auch Stress kann körpereigene Opioide mobilisieren. Extremsport wie Bungee-Jumping sorgt für einen gewaltigen Ausstoß von Endorphinen, weshalb viele Menschen diesen "Kick" suchen und etliche davon schon regelrecht süchtig sind. Was passiert da? Zwar streiten sich die Geister darüber, ob Bungee-Jumping langfristig schon schädlich für den Körper sein könnte, so entstehen doch kurzfristig keine körperlichen Schäden, die Schmerzen nach sich ziehen könnten. Die Todesangst jedoch. die vor bzw. während des Sprungs erlebt wird, mobilisiert den Ausstoß der Endorphine, die nach dem Sprung ohne eigentliche Funktion im Gehirn für eine gewisse Zeit zurück bleiben und für das Glücksgefühl sorgen.

Es hat schon viele Fälle gegeben, wo Sportler während eines Wettkampfs eine Verletzung gar nicht bzw. kaum gespürt haben. Wie viele Menschen haben schon die Erfahrung gemacht, dass sie nach einer Phase intensiven Stress krank geworden sind, also erst, als der Körper wieder zur Ruhe gekommen ist. Man geht davon aus, dass Stress die Ausschüttung körpereigener Endorphine bzw. Opioide fördert.

Man kann zusammenfassend sagen, dass Endorphine offensichtlich die Funktion haben, ein für den Körper schädliches Zuviel an Reizen zu verhindern, um die Handlungsfähigkeit des Organismus zu erhalten.

Am bekanntesten ist dieser Mechanismus bei Schmerzen, wo die Endorphine die Aufgabe wahrnehmen, die lähmende Schmerzreaktion (vorübergehend) zu unterdrücken.

Opioid-Rezeptoren kommen in unterschiedlicher Dichte sowohl prä- als auch postsynaptisch (also vor und nach dem synaptischen Spalt) im ZNS als auch peripher vor. In besonders großer Zahl findet man Opioid-Rezeptoren im limbischen System, Thalamus, Hypothalamus und Striatum, sowie in der Formatio reticularis und der Substantia gelatinosa des Rückenmarks. Die Fachwelt unterscheidet dabei die Rezeptoren je nach Funktion in verschiedene Subtypen.

2. Drogen

Drogen, also von außen zugeführte Stoffe in Medikamenten oder Rauschgiften besetzen exakt die gleiche Stelle im Gehirn. Deshalb wurden diese Stoffe, die heute in den meisten Ländern unserer Erde verboten sind und deren Besitz schon mit sehr hohen Strafen geahndet wird, ursprünglich von der Medizin entdeckt.

Seit Jahrtausenden wird aus den Kapseln des Schlafmohns (Papaver somniferum) das berauschende Opium gewonnen. Für seine Wirkung ist eine Reihe von Alkaloiden verantwortlich, die man unter dem Begriff Opium-Alkaloide zusammenfasst. Zu ihnen zählen auch Morphium, das am stärksten psychoaktiv wirkt, und Kodein, das bis heute verschiedenen Hustensäften zugesetzt wird.

Während Opium noch relativ harmlos ist, so wurde Anfang des 19. Jahrhunderts das Morphin entdeckt. Zwar steckt im Opium dieser Stoff, aber wenn Morphin in Reinform eingenommen wird, dann wirkt er wesentlich intensiver. Schnell war die schmerzlindernde und aufputschende Wirkung dieses Stoffes bekannt und er wurde in der Medizin als Schmerzmittel eingesetzt. Da diese Zeit von vielen Kriegen geprägt war, wurden vor allem verletzte Soldaten damit versorgt.

Um zu verstehen, warum die Wissenschaft diese aus heutiger Sicht schrecklichen Drogen entwickelt hat, muss man sich etwas in diese Zeit hinein versetzen, wo die Kriege noch Mann gegen Mann geführt wurden, die Zahl der Verwundeten sehr groß und die medizinische Versorgung in den Feldlazaretten sehr bescheiden gewesen war. Im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) war es den Verwundeten sogar gestattet, sich Morphium nach Belieben geben zu lassen. Mitunter wurde es den Verletzten als Erstversorgung ganz einfach in die offenen Wunden getröpfelt,

Neben der enormen schmerzstillenden Wirkung verfielen die Soldaten zudem in einen euphorisierenden Zustand, was für die Moral der Truppe wichtig gewesen war. Allerdings merkte man erst nach den Kriegen, dass Morphin (bzw. Morphium) süchtig macht. So ist dieser Stoff auch heute noch ein unübertroffenes Schmerzmittel, welches jedoch nur noch in besonders schweren Fällen (z.B. Krebspatienten im Endstadium) und nur unter strenger ärztlicher Aufsicht verschrieben wird.

Auf der Suche nach einem besseren schmerzlindernden Medikament wurde Ende des 19. Jahrhunderts das Heroin und in der Folgezeit weitere Drogen entwickelt, die jedoch alle erstens stark süchtig machen und die zudem über übelste Nebenwirkungen verfügen.

Während also körperfremde Opiate wie Morphin und Heroin schon seit langer Zeit bekannt sind, wurden die körpereigenen Opiate (Endorphine) erst in den 1970er Jahren entdeckt. Beide Sorten von Opiaten, also die körperfremden als auch die körpereigenen, wirken durch Ankoppeln an die Opiatrezeptoren im Gehirn, die sich vor allem im limbischen System befinden.

Heroin versetzt die Person, die Heroin zu sich nimmt, zunächst in einen speziellen Rauschzustand. Alles wird gut, man empfindet Glück, Ruhe, Ausgeglichenheit, Euphorie, Schmerzen und Depressionen verschwinden und persönliche Probleme treten in den Hintergrund. Wird Heroin gespritzt, dann tritt die Wirkung sehr schnell ein. Die Glücksgefühle entstehen dabei wahrscheinlich durch die Rezeptoren im limbischen System.

Diese tolle Wirkung lässt jedoch spätestens nach 12 Stunden, in vielen Fällen jedoch wesentlich früher nach. Dann erlebt der Junkie jedoch genau das Gegenteil: Er wird sichtbar nervös und er findet kaum noch Schlaf, der kurz und unruhig ist. Wenn die Entzugserscheinungen voll einsetzen, dann setzen fast unerträgliche Gelenksschmerzen und Krämpfe ein.

Aufgrund von Magen- und Darmkrämpfen wird meist regelmäßig erbrochen und der Darm entlehrt, was den Körper zusätzlich schwächt. Die Entzugserscheinungen sind nicht nur unangenehm, sondern können im Extremfall auch zum Tod führen.

Die Sucht entsteht vermutlich aus zweierlei Gründen: Erstens führt die erneute Einnahme der Droge zu der (vorübergehenden) Linderung bzw. zum Verschwinden der soeben beschriebenen "Nebenwirkungen". Man vermutet jedoch zweitens, dass Opiate durch die Besetzung gewisser Rezeptoren im Gehirn Zugang zum Verstärkersystem bekommen. Dort speichert unser Gehirn die positiven Reize wie Essen, Trinken, Geschlechtsverkehr, etc., also Reize, die zum artspezifischen Überleben notwendig sind.

Am Beispiel von Missbrauchsdrogen wie Heroin kann man jedoch sehr schön erkennen, dass der Körper sich auf den Konsum bzw. den Missbrauch einstellen kann, indem er mit der Zeit nicht mehr so heftig darauf reagiert. Beim Abhängigen führt dies dazu, dass er seinen Drogenkonsum steigern muss, um die Wirkung zu erhalten. Man spricht dabei von Toleranzentwicklung. Die Empfindlichkeit der Rezeptoren nimmt bei einem ständigen Überangebot an Opiaten oder Opioiden mit der Zeit nämlich ab.

Beim Entzug schlagen die Wirkungen deshalb ins Gegenteil um, weil die hemmende Wirkung der Opioide nicht mehr und deshalb plötzlich ein Mehrangebot der Botenstoffe vorhanden ist, die die ganze Zeit gehemmt worden sind. Diese Prinzipien gelten sowohl für körperfremde als auch für die körpereigenen Opioide.

Allerdings unterscheiden sich Endorphine und Missbrauchsdrogen in einem Punkt doch ganz gewaltig: Endorphine machen nicht bzw. kaum süchtig. Dies liegt vermutlich an der Struktur der Stoffe, weshalb Endorphine wesentlich schneller und leichter wieder abgebaut werden können. Wir werden darauf noch zu sprechen kommen.

Nicht alle Missbrauchsdrogen wirken gleich. Kokain hat nicht diese entsetzlichen Nebenwirkungen wie Heroin und wird deshalb besonders von Personen als starkes Aufputschmittel genommen, die ein hohes Leistungspotential anstreben. Doch auch hier gilt das gleiche Dilemma: Appetit, Schlaf und Müdigkeit werden durch Kokain unterdrückt, was das Leistungspotential deutlich erhöhen kann. Nachdem die Wirkung der Droge jedoch zu Ende ist, kehren diese unterdrückten Symptome jedoch verstärkt zurück. Viele Kokain-Konsumenten berichten von einer enormen Steigerung des Bewusstseins und der geistigen Präsenz, was jedoch dann in Erschöpfung enden kann. Gesteigerte Selbstsicherheit und intensive Euphorie schlagen um in ausgeprägte Angstzustände, Depressionen und im Extremfall in Wahnvorstellungen.

Nicht nur autistisch Behinderte, sondern auch Kokain-Konsumenten berichten von Phänomenen wie "Farben hören", was so erklärt wird, dass bei gewissen Geräuschen sie alles grün, rot oder blau sehen. Auch wurde schon von Konsumenten davon berichtet, dass sie im Stadium des Entzugs das Gefühl hatten, als würden tausend Spinnen über ihre Haut krabbeln, was auch schon autistisch Behinderte berichtet haben. Neben den Wahrnehmungsstörungen zählen zu den Symptomen des Kokain-Missbrauchs Erregtheit, Unruhe, Bewegungsdrang, Veränderungen im Sozialverhalten als auch ein beeinträchtigtes Urteilsvermögen. Eine körperliche Abhängigkeit mit Entzugssymptomen tritt jedoch im Gegensatz zum Heroin nicht auf.

Wir könnten jetzt seitenweise fortfahren und Wirkungen von weiteren Missbrauchsdrogen wie Haschisch, LSD, XTC, etc. beschreiben, was jedoch zu weit führen würde. Es gibt zwischen den verschiedenen Stoffen sicherlich Unterschiede, aber gemeinsam ist allen ein vermindertes Schmerzempfinden sowie das Glücksgefühl während des Rauschzustands. Die meisten Missbrauchsdrogen führen zu einer Erweiterung der Wahrnehmung und die Symptome des Rausches kehren sich beim Entzug meistens in das Gegenteil um.

Eine Spezialität beim Haschischkonsum sollte nicht unerwähnt bleiben, weil sie für unsere Zwecke von Bedeutung sein könnte: Zwar wird diese Annahme zwischenzeitlich heftig diskutiert, so geht man doch bis dato davon aus, dass der Wirkstoff THC im Körper gespeichert und lange Zeit nach dem Entzug nochmals aktiv werden kann.

Zum Schluss sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Drogen ihre Auswirkungen nicht nur auf das Kopfhirn, sondern auch auf das kleine Gehirn im Verdauungstrakt haben können. Die unkontrollierte Sekretion von Elektrolyten und Wasser in das Darmlumen führt zum Beispiel zu Durchfall, wie das bei bakteriellen Darminfekten der Fall ist. Gesteuert werden diese Vorgänge von Nervenzellen, die wiederum von Opioiden beeinflusst werden können.

3.  Morphine aus der Nahrung

Nach alle dem, was wir über die Wirkungsweise von Opioiden in den Missbrauchsdrogen (Heroin, Kokain, etc.) als auch die der körpereigenen Opioide (Endorphine) gehört haben, wäre es rein theoretisch möglich, dass solche Stoffe Störungen auslösen könnten, wie wir sie beim Autismus kennen gelernt haben.

Von Kokain zum Beispiel nimmt man an, dass es Neurotransmitter wie Dopamin, Noradrenalin oder Serotonin aus den synaptischen Endköpfen der Nervenendungen drängt und daher zu einem (vorübergehenden) Anstieg dieser Neurotransmitter in den Synapsen führt. Da gleichzeitig die Wiederaufnahme der Neurotransmitter gehemmt wird, kann es zu einer erhöhten Konzentration dieser Neurotransmitter, über deren Auswirkungen wir am Beginn dieser Ausführungen berichtet haben.

Wirklich verblüffend ähnlich sind mitunter auch Berichte von Rauschgiftkonsumenten als auch von autistisch Behinderten über die bizarren Störungen in der Wahrnehmung, die sie erleben.

Nun gehen wir natürlich nicht davon aus, dass unsere Kinder Missbrauchsdrogen bzw. Rauschgift konsumieren, weshalb die Wirkungsweisen von Rauschgiften für uns zwar sehr aufschlussreich sein können, aber offenbar nicht die Lösung des Rätsels darstellen. Was die Wirkungsweise der körpereigenen Drogen, der Endorphine betrifft, so weiß man zwar, dass diese an den gleichen Rezeptoren wie die Rauschgifte wirken, aber dass sie eine solch dauerhafte Wirkung entfalten könnten, wie wir sie beim Autismus beobachten können, ist eher unwahrscheinlich.

Allerdings haben Autismusforscher wie der Norweger Dr. Kalle Reichelt im Urin autistisch Behinderter eine dritte Gruppe von Opioiden entdeckt, die ihren Ursprung in der Nahrung haben.

Die Rede ist von bestimmten Morphinen, die Stoffwechselprodukte von Getreide (genauer von Gluten) oder von Milch (genauer von Kasein) sind. Auch diese Opioide besetzen die gleichen Rezeptoren wie die Opioide, welche wir in den ersten beiden Kapiteln kennen gelernt haben und dürften deshalb die gleichen oder ähnlichen Wirkungen wie Endorphine oder Missbrauchsdrogen haben. Da ein Mensch normalerweise mit seiner Nahrung immer wieder Getreide oder Milchprodukte zu sich nimmt, werden diese Morphine ständig produziert und können ihre Wirkungsweise entfalten.

Gibt es Beweise für diese Annahme? - Ja und Nein. Mitunter wird deshalb zwischen Befürwortern und Gegnern dieser Theorie eine sehr heftige Diskussion geführt. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die bisher einzig zuverlässige Therapiemaßnahme die strikte Einhaltung einer Diät wäre, die kein (glutenhaltiges) Getreide und keine Milchprodukte erlaubt. Da gerade Getreide und Milch von der Werbung als die "gesunden Produkte für Kinder" vermarktet werden, argumentieren die Gegner vornehmlich damit, dass durch eine solche Diätmaßnahme den Kindern wertvolle Nahrungsmittel entzogen werden würden. Spätestens dann, wenn man sich etwas genauer mit den Stoffwechselstörungen befasst, über welche beim Autismus schon berichtet worden sind, verblassen diese scheinbar guten Argumente jedoch zunehmend.

Dem gegenüber stehen zahlreiche Erfahrungsberichte von Eltern relativ junger Kinder mit Autismus über atemberaubende Erfolge, die ihre Kinder mit der gluten- und kaseinfreien Diät erfahren konnten.

Die ersten Schlagzeilen machte die Amerikanerin Karen Seroussi, als sie im amerikanischen ‚Parents Magazine' den Artikel veröffentlichte: "Wir heilten den Autismus unseres Sohnes!" Der relativ junge Miles Seroussi hatte nämlich mit dieser Diät die Anzeichen des Autismus wieder verloren (Übersetzung siehe WIR ELTERN, 8. Ausgabe). Seitdem hat diese Mutter mit anderen Eltern ein spezielles Autismus-Diät-Netzwerk (ANDI) gegründet, wo zahlreiche Eltern von ähnlichen Verbesserungen ihrer autistisch behinderten Kinder aufgrund der gluten- und kaseinfreien Diät berichten.

Wenn diese Diätmaßnahme bei allen autistisch Behinderten die gleiche durchschlagende Wirkung hätte, dann hätten wir bereits nach der 8. Ausgabe unsere Berichterstattung einstellen können. Leider zeigen diese schnellen atemberaubenden Erfolge nur relativ junge Kinder mit Autismus. Je älter das Kind ist, desto länger lassen Verbesserungen auch sich warten, mitunter merkt man selbst nach Jahren nur mäßige Verbesserungen. Deshalb stellt sich insbesondere für Eltern, deren autistisch behinderte Kinder bereits älter sind und vielleicht schon das Jugend- und Erwachsenenalter erreicht haben, umso eindringlicher die Frage, ob eine solche Diät die enormen Anstrengungen lohnt, die sie mit sich bringt.

Eltern von jungen Kindern empfehlen wir nach wie vor, so schnell als möglich mit der Diätmaßnahme zu beginnen, weil es sich bald sichtbar lohnen wird.

Unsere Rückmeldungen, die wir immer wieder bekommen, bestätigen uns immer wieder in dieser Annahme. Um jedoch den Eltern der älteren Kinder eine kleine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben, hatten wir beschlossen, uns in dieser Ausgabe nochmals eingehend mit diesem Thema zu befassen und auch neue Erkenntnisse darin einfließen zu lassen.

Bisher bekannte Erkenntnisse:

In unseren frühren Ausgaben sind wir bereits mehrmals auf die theoretischen Grundlagen eingegangen, wobei wir den Seiteneinsteigern unter unteren Lesern insbesondere die Übersetzung von Prof. Shattocks Aufsatz "Urinary Profiles of People with Autism: possible implications and relevance to other research" empfehlen dürfen, welche wir in der 10. Ausgabe abgedruckt haben.

Dass "Nahrungs-Morphine" beim Autismus eine deutende Rolle spielen können, haben wir in den ersten Kapiteln bereits ausführlich dargelegt. Dass sie bei den jungen Kindern aus den USA eine Rolle gespielt haben, berichten zahlreiche Eltern. Warum jedoch autistisch Behinderte diese besondere Stoffwechselstörung zeigen, die es ihnen nicht erlaubt, alles zu essen, ist jedoch noch nicht vollständig erforscht.

Es sind mehrere verschiedene Ursachen denkbar und es erscheint uns als sehr wahrscheinlich, dass beim Autismus die verschiedenen Ursachen nicht einzeln, sondern zusammen und damit multiplizierend wirken.

Als feste Annahme dürfen wir davon ausgehen, dass diese "Nahrungs-Morphine" dann entstehen, wenn die Gluten- oder Kaseinproteine nur unvollständig aufgespaltet werden. Übrig bleibt ein Protein, welches aus sieben Aminosäuren besteht und opioiden Charakter hat (Kasa- bzw. Gliadomorphin).

Nach Auswertung vieler Quellen zu diesem Thema haben wir von der Redaktion WIR ELTERN Zweifel daran, ob das Phänomen der Bildung von "Nahrungs-Morphinen" bereits ein autismusspezifisches Problem darstellt bzw. ob es nicht erst durch andere Faktoren dazu gemacht wird. Interessant sind in diesem Zusammenhang Berichte von Eltern hyperaktiver Kinder, die keine Diagnose Autismus haben. Eine milchfreie Diät scheint diesen Kindern ebenso sehr gut zu tun wie Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche. Auch macht es nachdenklich, dass diese "Nahrungs-Morphine" ausgerechnet aus den Lebensmitteln gebildet werden, die allgemein als die besten und gesündesten bekannt sind.

Doch sind Milch und Getreide wirklich so gesund, wie sie immer dargestellt werden? Kein Säugetier außer dem Mensch trinkt nach der Saugphase mehr Milch und schon gar nicht von einer fremden Gattung. Der Anbau von Getreide ist eine Errungenschaft der abendländischen Kultur und längst nicht in der ganzen Welt das Lebensmittel Nummer 1, wenn wir zum Beispiel nach Asien blicken. Wenn wir uns nochmals die segensreiche Wirkung der Endorphine vergegenwärtigen und weiter davon ausgehen, dass Kasa- bzw. Gliadomorphine ähnliche Auswirkungen haben können, dann wird langsam verständlich, warum wir diese Lebensmittel so sehr mögen: Sie machen glücklich und zufrieden.

Das Geheimnis liegt vermutlich in der richtigen Dosierung und vermutlich beginnt hier das Problem unserer Kinder. Körpereigene Barrieren wie die Darmwand bzw. die Blut-Hirn-Schranke verhindern bzw. regulieren im Normalfall den Übertritt von Substanzen in die Blutbahn bzw. in das Gehirn. Bei vielen autistisch Behinderten darf angenommen werden, folgt man zahlreichen Untersuchungen, dass die Darmwand im Gegensatz zu Gesunden viel zu durchlässig ist und dass auch die Blut-Hirn-Schranke nicht (richtig) funktioniert.

Hier beginnt vermutlich schon in sehr jungen Jahren der "Teufelskreis Autismus", nämlich mit der Schädigung des Darms. Da wir bereits in früheren Ausgaben als auch in dieser bereits ausführlich darauf eingegangen sind, können wir uns weitere Ausführungen an dieser Stelle ersparen. Halten wir deshalb lediglich als Zwischenergebnis fest:

Die Problematik der "Nahrungs-Morphine" beim Autismus ist vermutlich ein Problem der richtigen, körpereigenen Dosierung und hat daher ihren Ursprung in einem durchlässigen Darm.

Allerdings können und wollen wir nicht ausschließen, dass beim Autismus zusätzlich weitere Stoffwechselstörungen das Problem noch weiter verschärfen können. Wieder würde dann die Ursache im Darmtrakt zu suchen sein, weil allgemein bekannt zur Aufspaltung von Proteinen spezielle Enzyme benötigt werden.

Denkbar wäre deshalb zum Beispiel, dass aufgrund der mangelnden Produktion von Sekretin (siehe vorheriges Thema) die Bauchspeicheldrüse nur unzureichend stimuliert wird und deshalb auch zu wenige Enzyme oder zu wenig Bikarbonat (oder beides zu wenig) ausschüttet. Zu wenig Bikarbonat kann (zusätzlich) bedeuten, dass der Speisebrei zu sauer bliebe und deshalb die ausgeschütteten Enzyme auch nicht (richtig) funktionieren würden.

Denkbar wäre auch, dass die Enzyme durch schädliche Mikroorganismen im Darm, insbesondere dem Candida albicans bzw. deren Stoffwechselprodukte blockiert, zerstört oder in ihrer Funktion behindert werden. Ist der Darm selbst bereits erheblich beschädigt, so wäre auch denkbar, dass dort zu wenig entsprechende Enzyme produziert werden.

Wenn wir uns an die Ausführungen über die Missbrauchsdrogen als auch die Endorphine erinnern, so besteht einer der wichtigsten Unterschiede zwischen diesen Sorten von Opioiden insbesondere darin, wie schnell und sicher diese Stoffe vom Körper wieder abgebaut werden können. Im Gegensatz zu den Missbrauchsdrogen, welche beim Konsum schlimme Folgen nach sich ziehen, scheint der "Konsum" der körpereigenen Endorphine ("Glückshormone") aufgrund deren sicheren "Entsorgung" keine Nebenwirkungen nach sich zu ziehen.

In der neusten Ausgabe (2002) seines Buches "Biomedizinische Behandlungen bei Autismus und PDD" beschäftigt sich der uns zwischenzeitlich wohl bekannte Dr. William Shaw (USA) mit den biochemischen Vorgängen im Zusammenhang mit dem Wiederabbau dieser "Nahrungs-Morphine" und eröffnete damit ganz neue, bis dato unbekannte Sichtweise der Dinge.

Laut Dr. Shaw spielt dabei das Enzym DPP IV eine ganz entscheidende Rolle. Diese "Nahrungs-Morphine", von denen hier die Rede ist, bestehen aus einer Kette von sieben Aminosäuren. Um diese Peptide wieder abzubauen, spaltet DPP IV zunächst jeweils zwei Dipeptide (also zwei Aminosäuren-Paare) ab. Das übrig gebliebene Tripeptid (Kette von drei Aminosäuren) jedoch wird von DPP IV nicht weiter aufgespaltet, sondern macht im Gegenteil das Enzym fortan unbrauchbar. Das wäre zunächst nicht schädlich, weil ja das Peptid in seiner Struktur zerschlagen und damit ebenfalls "entschärft" worden wäre.

Nun hat aber DPP IV noch einige andere wichtige Funktonen im Körper, denn es spaltet auch andere, für den Körper in seiner Funktion wichtige Peptide auf. Dazu gehört auch die ‚Substanz P', welche wir in diesem Artikel bereits erwähnt haben. Zur Erinnerung: Es handelt sich dabei um ein Peptid-Hormon, welches als Neurotransmitter im Hirn und im Nervensystem bei der Übermittlung von Schmerz-, Temperatur- und Berührungssignalen eine Rolle spielt. Wenn wir davon ausgehen, dass durch die Anwesenheit dieser Nahrungs-Morphine zuviel DPP IV verbraucht bzw. blockiert wird, dann könnte dies Auswirkungen auf den Stoffwechsel anderer Neurotransmitter wie zum Beispiel der ‘Substanz P’ haben.

Literatur über die ‘Substanz P' gibt es hauptsächlich in Bezug auf die Übertragung von Schmerzreizen, worüber wir bereits berichtet haben. Dennoch nochmals zur Erinnerung: Wenn bei Reizung von Schmerzrezeptoren die ‘Substanz P’ freigesetzt wird, dann erhöht sich deren Empfindsamkeit. ‘Substanz P’ bewirkt eine starke Erweiterung der Blutgefäße, steigert dabei die Durchlässigkeit der Gefäßwände und erhöht damit die örtliche Durchblutung des Gewebes. Um den Rezeptor wieder unempfindlicher zu machen, muss die ‘Substanz P’ wieder abgebaut werden, wofür DPP IV notwendig ist.

Der Spiegel von DPP IV im Körper nimmt logischerweise ab, wenn viele dieser Enzyme durch diese Nahrungs-Morphine blockiert sind. Steht dem Körper also weniger DPP IV zur Verfügung, dann wäre die logische Konsequenz länger anhaltenden Schmerz- oder Berührungsreize, wie sie autistisch Betroffene in Zusammenhang mit ihren Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen immer wieder berichten.

Im Zusammenhang mit der Wirkung der Endorphine als auch der Drogen haben wir aufgezeigt, wie diese funktionieren, um Schmerzreize zu dämmen. Wenn wir davon ausgehen, dass die "Nahrungs-Morphine" ähnliche Wirkungsmechanismen entfalten können, dann wäre auch die umgekehrte Variante denkbar, dass nämlich Reize (dauerhaft) unterdrückt werden können, wenn der Spiegel entsprechend hoch genug ist.

Diese beiden denkbaren Varianten könnten eine Erklärung dafür geben, warum ein autistisch Behinderter gleichzeitig unter zu starken und zu schwachen Reizverarbeitungen leiden muss.

Es ist nämlich keine Seltenheit, dass autistisch Behinderte darüber berichteten, dass sie Berührungen so stark empfinden, dass sie es kaum aushalten können, während sie anderseits im Tiefenempfinden fast taub sind. Bitte halten Sie sich jedoch immer wieder vor Augen, dass die gestörten Vorgänge wesentlich komplizierter sind, als wir sie hier aufzeigen können.

Bis dato nicht bekannt, nicht erforscht oder nur noch nicht veröffentlicht sind die Auswirkungen, die die Nahrungs-Opioide möglicherweise direkt im Gehirn entfalten können, auch nicht, in welchen Regionen des Gehirns sie aktiv werden können. Die Opioid-Rezeptoren, über die unser Gehirn verfügt, sind von der Natur schließlich für die körpereigenen Endorphine gedacht und erst durch die Entdeckung der Drogen, die medizinisch (Morphium) als auch missbräuchlich (Heroin, Kokain, etc.) zugeführt werden, führten zu der Annahme, dass diese Stoffe auf die gleichen Rezeptoren zurück greifen, jedoch wesentlich stärkere Wirkungen entfalten.

Dr. Shaw führt in seinem Buch aus, dass diese Reaktionen besonders in Bereichen des Gehirns statt finden, die mit Sprache und Hören zu tun haben. Andere Untersuchungen zeigten, dass DPP IV in gewissen Bereichen des Gehirns in hohen Konzentrationen zu finden ist. Dazu gehören Neocortex, Cerebellum, Hypothalamus und Hippocampus und merkwürdigerweise sind dies Bereiche des Hirns, wo schon vor langer Zeit festgestellt worden ist, dass autistisch Behinderte hier Auffälligkeiten zeigen.

Doch damit nicht genug: Wie wir in der vergangenen Ausgabe berichteten, führte der US-Autismusforscher Horvath in einem Vortrag im Frühjahr 2001 aus, dass Sekretin in diesen Bereichen des Gehirns offensichtlich eine autismusspezifische Rolle spielt.

Wenn die Vermutung der Forscher zutreffen würde, wofür es jedoch bisher noch keine Beweise gibt, dass Sekretin nicht nur als Hormon, sondern auch als Neurotransmitter fungiert, dann könnte hierin eine Erklärung zu finden sein, warum einmal mit Sekretin als auch ein anderes Mal mit der gluten- und kaseinfreien Diät die besten Therapieerfolge erzielt wurden, über die berichtet wurden. Stark vereinfacht würde das Erfolgsprinzip auf der Voraussetzung aufbauen, dass die Nahrungs-Opioide die Wirkung von Sekretin blockieren oder mindern und der Erfolg sich deshalb eingestellt hat, weil einmal die Konzentration von Sekretin von außen erhöht wurde und im Falle der Diät die Opioide drastisch reduziert wurden.

Kirkman (USA), unseren Lesern zwischenzeitlich ebenfalls wohlbekannter Hersteller von spezifischen Produkten, bietet das Enzym DPP IV als Nahrungsergänzungspräparat an. Ebenso wurden andere Produkte auf den US-Markt gebracht, denen man nachsagt, dass sie Gluten und Kasein zuverlässig aufspalten würden. Rein theoretisch müsste man durch eine Einnahme dieser Produkte das Opioid-Problem unserer Kinder doch in den Griff bekommen, wenn man erst einmal die richtige Dosierung gefunden hat.

Nun wirbt jedoch keiner der Hersteller damit, dass seine Produkte die gluten- und kaseinfreie Diät ersetzen würde. Statt dessen erfolgt bei jedem der Produkte der Hinweis, dass der Einsatz im Falle von Diätfehlern angezeigt sei. Auf diesen augenscheinlichen Widerspruch gibt es aus unserer Sicht zwei mögliche Antworten: Die eine Antwort wäre diese, dass dies eine reine Vorsichtsmaßnahme der Hersteller ist, weil entsprechende Studien noch nicht abgeschlossen sind und man noch nicht weiß, welche Dosierung notwendig und gleichzeitig nicht schädlich ist. Die zweite Antwort finden Sie in dem nachfolgenden Beitrag.

Zusammenfassung:

Opiode sind Stoffe, die in das System der Neurotransmitter eingreifen und daher die Reaktionen des menschlichen Körpers nachhaltig verändern. Störungen im Bereich der Neurotransmitter wiederum liefern Erklärungsansätze für die seltsamen Verhaltensweisen autistisch Behinderter.

Neben den körpereigenen Opioiden, welche der Körper bei bestimmten Anlässen wie Stress, Schwerz, etc. bilden kann, kennen wir Opioide in den Missbrauchsdrogen wie Heroin, Kokain, etc., aber auch Opioide, die bei der Verdauung von Nahrungsbestandteilen wie Gluten oder Kasein entstehen. Forscher haben festgestellt, dass autistisch Behinderte große Spiegel dieser „Nahrungs-Opioide“ aufweisen.

Möglicherweise sind jedoch diese „Nahrungs-Opioide“ keine Besonderheit autistisch Behinderter, sondern erst das Zusammentreffen von anderen ungünstigen Faktoren wie zum Beispiel eine zerstörte Blut-Hirn-Schranke oder massive Schädigungen im Verdauungstrakt machen sie für autistisch Behinderte so gefährlich, sodass sie die gleichen oder ähnliche Wirkungen wie Missbrauchsdrogen entwickeln können.

Lesen Sie als Fortsetzung den Beitrag „Lohnt sich eine gf/kf Diät in jedem Alter?