Auszüge aus der 13. Ausgabe

Fortsetzung des Beitrags „Hat DMSO eine Bedeutung beim Autismus?“

Parker Beck bekam Sekretin mittels DMSO.

Hat Sulfatmangel eine zentrale Rolle beim Autismus?

Erste Veröffentlichungen durch Waring

Wie wir bereits in der 10. Ausgabe berichteten, untersuchte die britische Autismusforscherin Dr. Rosemary Waring eine Gruppe autistisch behinderter Kinder. Die Ergebnisse wurden zwar in einem Jahresbericht (1997) veröffentlicht, jedoch waren sie nur gelegentlich Gegenstand von Veröffentlichungen wie die von Albertini (1999) und nochmals von Waring (2000a) selbst.

Bei den Kindern, die sie testete, wiesen 92% einen Schwefelspiegel im Plasma auf, der nur 12 % des Normallevels betrug.

Von den Kindern, die Dr. Waring anlässlich ihrer Studien gesehen hat, zeigten Diejenigen diese Symptome, die sich in den ersten 18 Monaten bis zwei Jahre zunächst normal entwickelt hatten, bevor autistische Symptome deutlich auftraten. Schwefel wird mit der täglichen Nahrung reichlich aufgenommen, sodass viele Fachleute der Ansicht sind, dass ein Mangel an Schwefel im Körper nicht denkbar sei. Was aber leider dabei vergessen wird, ist die Tatsache, dass der mit der Nahrung zugeführte Schwefel für den Stoffwechsel verfügbar sein muss.

Waring schloss deshalb daraus, dass die Sulphotransferase-Systeme (= Enzyme) bei den untersuchten Kindern mit Autismus nicht optimal funktionieren würden.

Da aus der engeren Verwandtschaft der untersuchten Kinder Beschwerden und Störungen wie zum Beispiel Migräne, Asthma oder Nahrungsmittelallergien berichtet wurde, konzentrierte sich die Betrachtung der Forscherin hauptsächlich auf die Phenolsulfotransferase-Systeme (kurz PST genannt). PST regelt die Sulfatierung von Phenolen oder biogene Aminen, die mit der täglichen Nahrung aufgenommen und im Körper entgiftet werden müssen. Dies geschieht dadurch, dass diesen Verbindungen Schwefelmoleküle hinzugefügt werden. Nicht sulfatierte Phenole wirken als Körpergifte. Bei der Behandlung von hyperaktiven, jedoch nicht autistisch behinderten Kindern, hat man diesen Umstand auch im deutsch-sprachigen Raum bereits schon lange erkannt, weshalb viele dieser Kinder eine phenolarme Diät einhalten und bei Diätfehlern entsprechend reagieren.

Ohne Sulfate sind viele wichtige Stoffe im Körper in ihrer Funktion beeinträchtigt. Fehlt biologisch verfügbarer Schwefel, so ergeben sich daraus eine Reihe von weiteren Konsequenzen einschließlich Auswirkungen auf den Stoffwechsel von klassischen Neurotransmittern wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Weiterhin ist Schwefel Bestandteil der Aminosäuren Methionin und Cystin und damit mitverantwortlich für den Aufbau körpereigener Eiweiße. Sie werden u.a. in das Insulin der Bauchspeicheldrüse eingebaut. Schwefel wird jedoch auch zur Herstellung von Biotin (auch Vitamin H genannt) benötigt. Von Biotin hängt wiederum ab, ob 9 Enzyme, die zentrale Stoffwechselprozesse steuern, richtig funktionieren können bzw. ob sie überhaupt gebildet werden können. Dies betrifft insbesondere den Zucker-, den Fettsäuren- und den Aminosäurenstoffwechsel.

Susan Owens (Universität von Texas in Dallas) führte 1998 auf der englischen Autismus-Fachtagung in Durham aus, dass ein Mangel an verfügbaren Sulfaten auch ernsthafte Aufwirkungen auf die Bildung eines anderen im Darm gebildeten Hormons und Neurotransmitters haben könnte. Neben Sekretin wird durch auch CHOLECYSTOKININ (kurz CCK genannt) gebildet. Owens weiter: “Zwei verschiedene Typen von CCK-Rezeptoren werden beschrieben. Der erste, der CCK-A-Rezeptor ist im Verdauungskanal vorherrschend, während man den zweiten, den CCK-B-Rezeptor reichlich im Gehirn findet. Beide Rezeptoren findet man jedoch in beiden Systemen.

Es gibt viele aktive Formen von CCK, aber die octapeptide Form von CCK, welche eine Kette von 8 Aminosäuren darstellt, ist in der Lage, die gleichen bzw. die gleich starken Signale an den CCK-B-Rezeptor abzugeben, unabhängig von dem Umstand, ob Sulfate angehängt wurden oder nicht. Im Gegensatz dazu ist der CCK-A-Rezeptor 1000mal mehr davon abhängig, ob das Octapeptid sulfatiert ist oder nicht, so. Bei einem Zustand von schlechter Sulfatierung wird die Reifung von CCK beeinträchtigt und die Signalübertragung an den CCK-A-Rezeptor wird unzuverlässiger. “

Diesen Umstand beschreibt auch der uns bereits wohl bekannte Biochemiker Dr. William Shaw in der überarbeiteten Ausgabe seines in unserer 12. Ausgabe vorgestellten Buches "Biologische Behandlungen bei Autismus und PDD", Ausgabe 2002, bisher nur im engl. Original erhältlich. Dr. Shaw weiter: "CCK stimuliert wie Sekretin die Freigabe der Enzyme der Bauchspeicheldrüse, aber auch die Freigabe von Galle aus der Gallenblase." Bei beeinträchtigtem Bildung von Gallensäften ist die Folge eine niedrigere Aufnahme von gewissen Vitaminen und anderen Nährstoffen aus dem Darm, reduzierter Aktivität des Hormons Gastrin im Magen, verbunden mit weniger Ausschüttung von Magensäure, Schleim und Pepsin in den Magen und möglicherweise auch reduzierter Produktion des Hormons Sekretin und reduzierter Verwertung von anderen Vitaminen.

Owens führte in ihrem Vortrag weiter aus, dass der CCK-A-Rezeptor klar erkennbare Effekte im Hypothalamus habe und dass CCK sehr starke Auswirkungen auf Serotonin in anderen Regionen damit auch Auswirkungen auf den Metaboliten von Serotonin, dem Melatonin habe. Weiterhin reguliere der CCK-A-Rezeptor stark Dopamin als auch Substanzen im Verdauungssystem, welches dem Körper ermöglicht, Vitamin B12 aufzunehmen. All diese Störungen beim Autismus wurden schon oft beschrieben. Und Owens geht noch weiter: Der CCK-A-Rezeptor regelt auch die Freisetzung von Oxytozin, welches auch das "soziale Hormon" genannt wird und welches inadäquat freigesetzt zu den sozialen Defiziten beim Autismus führen kann.

Auch scheint laut Owens CCK-A eine gewisse Rolle im Immunsystem durch Aktivierung gewisser Reaktionen in B-Zellen zu spielen und hat Einfluss auf die Fresszellen einschließlich ihrer durch chemische Reizung aufgelösten Bewegung als auch ihrer Unterdrückung. Er hat regulierende Effekte auf den Wachstumsfaktor der Nerven. Bei männlichen Personen existiert CCK in viel höheren Spiegeln in gewissen geschlechtsspezifischen Gebieten des Gehirns und des Nervensystems, was zur Folge haben könne, dass männliche Personen einen höheren Bedarf an systematischer Sulfatierung haben. Owen schloss ihre Ausführungen mit der Bemerkung: "Egal, ob dies in Zusammenhang mit CCK-A steht oder nicht, so gibt es zwischen den Geschlechtern verschiedene Notwendigkeiten an Sulfaten, wobei diese Unterschiede bei einem Syndrom bedeutend sein können, wo die Anzahl der männlichen Betroffenen wesentlich höher als der weiblichen ist!" Zusammenfassend kann gesagt werden:

CCK, ein Hormon und Neurotransmitter, regelt etliche Vorgänge bei der Verdauung als auch im Hirn bzw. wirkt bei der Steuerung mit. Bei CCK, welches aus 8 Aminosäuren besteht, hängt die Wirksamkeit bis zu einem Faktor von 1000 davon ab, ob Schwelfelverbindungen (Sulfate) daran angehängt sind oder nicht.

Sulfation und Leaky Gut-Syndrom

Von vielleicht viel größerer Wichtigkeit sind die biologisch verfügbaren Schwefelspiegel jedoch auf die Dichte der Darmwände. Diese sind mit einer schleimigen Schicht von Proteinen ausgekleidet. Diese Schicht enthält nicht nur wichtige Immunglobine, speziell der IgA-Klasse, sondern sie schützt auch die Darmwände und sorgt dafür, dass der Speisebrei gut durch die Därme gleiten kann.

Diese Musco-Proteine müssen sulphatiert sein, wenn sie beständig, schützend und effektiv sein sollen. Wenn sie nicht sulphatiert sind, dann klumpen sie zusammen und erzeugen damit Löcher in der Darmwand, sodass gewisse Peptide besser in den Körper gelangen können.

Viele weitere Störungen können von einem durchlässigen Darm abhängen: Schon lange ist bekannt, dass Nahrungsmittelallergien dadurch entstehen, dass unverdaute Bestandteile der Nahrung in die Blutbahn gelangen, wo sie dann von den Zellen des Immunsystems als Fremdkörper erkannt werden und dadurch immune Reaktionen auslösen.

Seit der 8. Ausgabe habe wir über die Bedeutung von Gluten und Kasein berichtet. Zahlreiche Berichte von sehr jungen Kindern mit Autismus berichten darüber, dass die autistischen Symptome nach einer gluten- und kaseinfreien Diät wieder verschwanden. Gewisse Proteine aus Getreide (Gluten) oder Milchprodukten (Kasein) werden bei der Verdauung nur unzureichend aufgespaltet, sodass es zu Stoffwechselprodukten mit opiater Wirkung kommt (Morphine). Die Wirkung dieser Stoffe ist der von Rauschgiften vergleichbar. Es handelt sich bei dieser Störung jedoch nicht um eine klassische Nahrungsmittelallergie, was sehr oft verwechselt wird.

An dieser Stelle soll jedoch nicht weiter auf Einzelheiten eingegangen werden, weil dies zu weit führen würde. Stattdessen dürfen wir auf die Berichterstattung der vergangenen Ausgaben als auch einen Bericht in dieser Ausgabe verweisen.

Bei dieser anscheinend autismusspezifischen Störung sind etliche Faktoren beteiligt, doch könnte es durchaus sein, dass die (Un-) Dichte des Darms dabei eine gewisse Rolle spielt.

Die durch Gluten und Kasein erzeugten Opiate könnten vielleicht viel weniger Schaden anrichten, wenn der Darm dicht wäre, was zum Beispiel Prof. Dr. Shattock und Kollegen vermuten.

Die Eltern von Parker Beck berichten nicht, dass ihr Sohn neben der Sekretin-Behandlung eine gluten- und kaseinfreie Diät eingehalten habe, während im Gegensatz dazu die Amerikanerin Karen Seroussi die vergleichbaren Erfolge bei ihrem Sohn Miles auf diese Diät zurück führte (siehe 8. Ausgabe). Miles wiederum dürfte kein DMSO bekommen haben. Daraus eine Schlussfolgerung ziehen zu wollen, wäre übertrieben. Sollten jedoch Shattocks Annahmen richtig sein, dann wäre dies ein plausibler Erklärungsansatz, warum die beiden Jungen trotz unterschiedlicher Therapien ähnlich gute Heilungserfolge verzeichnen konnten.

Dass allerdings das Opiat-Problem bei älteren Kindern mit Autismus nur sehr langsam trotz Diät in den Griff zu bekommen ist, könnte vermutlich daran liegen, dass sich bereits im Körper Depots gebildet haben, welche nur langsam abgebaut werden.

Von relativ jungen Kindern wurde jedoch bereits mehrfach berichtet, dass eine erfolgreiche Darmsanierung beachtliche Fortschritte gezeigt hat. In den vergangenen Ausgaben haben wir über die Forschungen von Dr. William Shaw berichtet, dass durch eine erfolgreiche Behandlung von pathogenen Hefen wie Candida albicans autistisch Behinderte sich sehr stark verbessern konnten. Candida ist einer der Verdächtigen, der für die Zerstörung der Darmwand als Verursacher in Betracht kommt. Weiterhin haben wir in den vergangenen Ausgaben darüber berichtet, dass Candida daneben noch etliche ernsthaft schädliche Auswirkungen haben kann. An diesen Erkenntnissen, in der Hauptsache publiziert von Dr. Shaw, hat sich bisher nichts geändert, jedoch dürfen wir Sie bezüglich der Details auf die letzten Ausgaben verweisen.

Eine Antwort auf die Frage, welche Zusammenhänge zwischen Candida und Schwefel- bzw. Sulfatmangel bestehen, gibt vielleicht nochmals Susan Owens: Im gleichen Vortrag richtet sie die Aufmerksamkeit auf die Wichtigkeit von sogenannten

GAGs (Glykosaminoglykane),

welche eine große Bedeutung für viele Funktionen einschließlich der Entwicklung des Gehirns haben. Glykosaminoglykane sind vor allem im Stütz- u. Bindegewebe vorkommende nicht-verzweigte Polysaccharid-Ketten, also Zuckerketten. An diese Ketten können Schwefelatome angehängt werden. Man kennt als GAGs Dermatan-, Keratansulfat sowie Heparin u. Heparansulfat.

Die Aufgabe der GAGs ist es, die Zellen des Körpers vor Angriffen zu schützen.

So führte Owens u.a. aus: "In einem Experiment zeigte es sich, dass hoch sulfatiertes Cyclodextrin (= GAG) in der Lage war, Zellkulturen vor der Infektion mit dem HIV-Virus zu schützen. Dahingegen konnte das gleiche Produkt mit weniger als zehn Sulfat-Ionen diese Infektion nicht verhindern. Gleichermaßen hat es sich gezeigt, dass ausreichend sulfatierte GAGs in der Natur vor Infektionen schützen. Die Notwendigkeit einer hohen Dichte von Sulfat-Ionen auf der Zelloberfläche hilft uns zu verstehen, warum ein Zustand mit schlechter Sulfation eine Person empfindlicher gegen Infektionen mit neuen Antigenen macht."

Kommt es zu Angriffen auf die Zelle, so schützen die (sulfatierten) GAGs diese damit, dass - vereinfacht dargestellt - die Angreifer gefangen genommen und von den GAGs aus dem Körper geleitet werden. Bei chronischen Entzündungen, wie wir es bei unseren Kindern zumindest in der jungen Kindheit schon oft erlebt haben, werden als eine Menge an GAGs wieder ausgeschieden und müssen ersetzt werden. Owens weiter:

"Das Ablösen von GAGs scheint sehr stark durch Immun-Aktivitäten beschleunigt zu werden, ganz extrem im Darm, ein Gewebe, welches sehr reich an GAGs ist. Eine Studie von Pender et al nahm fötales Gewebe vom Darm und setzte es in vitro einer Substanz aus, welche T-Zellen aktiviert ohne die Zellen mit einem Antigen zu infizieren. Bemerkenswerterweise zersetzte sich das ganze Gewebe innerhalb von drei Tagen und schied dabei eine Flüssigkeit aus, welche reich an Dermatan Sulfaten war. Eine andere Studie zeigte, dass systematische Immun-Aktivierung, verursacht durch Brennen der Haut, eine Verringerung von Organ-Gewichten als auch mucosale Höhe im Zwölffingerdarm auslöste, doch konnte diese Gewebsänderungen wieder verändert werden, indem Heparin, das am höchsten sulfatierte GAG gegeben wurde!"

Folgt man den Ausführungen Owens, so sind insbesondere chronische Entzündungen massiver Schwefel- bzw. Sulfaträuber. Ist der Körper jedoch nicht mehr in der Lage, die Sulfatspiegel wieder aufzufüllen, weil biologisch verfügbarer Schwefel fehlt, dann ist die Zelle ohne Schutz. Um Entzündungen wiederum, so betonen viele Autoren, scharen sich Freie Radikale, die großen Schaden anrichten können, wenn sie nicht entfernt werden.

Radikale sind Moleküle oder ihre Bruchstücke, welche ein ungepaartes Elektron besitzen und die Tendenz haben, anderen Stoffen ein Elektron zu entreißen. Diese freien Radikale besitzen im Körper eine wichtige Funktion im Immunsystem und bei der Energieerzeugung in der Zelle. Sie werden aber im Normalfall durch entsprechende Enzyme rechtzeitig unschädlich gemacht z.B. durch Antioxydantien wie z.B. Vitamin C.

Wenn nun zu viele freie Radikale vorhanden sind, können Schäden in Form von Autoimmun-Krankheiten, beschleunigtem Altern, Herz- und Gefäßkrankheiten, Linsentrübungen, Krebs, Missbildungen, Lungenfibrose, Arthritis, Entzündungen etc. entstehen. Von den hier aufgeführten Beispielen dürften vor allem Autoimmunerkrankungen und chronische Entzündungen die hauptsächlichen Störungen sein, unter denen autistisch Behinderte leiden und deren Ursache Freien Radikalen zugeschrieben werden kann.

Dr. Gregg, dessen Ausführungen über DMSO als Sauerstofftransportsystem wir an den Anfang unserer Berichterstattung gestellt haben, meint auch, dass DMSO / MSM in der Lage wären, diese Freien Radiale aufzunehmen, weshalb DMSO / MSM gerade bei Entzündungen zwei segensreiche Mechanismen zur Heilung entfalten würde: Zufuhr von biologisch verfügbarem Schwefel und Abfuhr der Freien Radikalen.

Doch zurück zu Susan Owen, welche noch einen Bogen zum britischen Autismusforscher Dr. Wakefield wie folgt schlägt:

"Im Experiment hat sich gezeigt, dass Vitamin-A-Defizite einen beschleunigten Umsatz von GAGs erzeugen, verbunden mit ihrer Untersulfatierung. Weiter ist sehr interessant, dass der Masern-Virus dafür bekannt ist, dass er einen Vitamin-A-Defizit hervor rufen kann und von der Krankheit (Masern) weiß man, dass sie bei Kindern schwerer zum tragen kommt, die unter einem schwachen Protein-Stoffwechsel leiden.

Dies wiederum ist ein Zustand, welcher das Vorkommen von Sulfaten im Körper verringert. Aus diesem Grund bieten Wakefields Hypothesen für einen Zusammenhang von Masern-Infektionen und Autismus eine Erklärung, wie einige der Kinder mit Autismus schließlich ein bedeutendes Sulfations-Problem haben, welches dann zu den Opiate-Überschuss-Problemen (Gluten und Kasein) führen kann!"

Auch ist es sehr interessant, dass der relativ junge Organismus offenbar vor allem im Gehirn noch einen geringeren Bedarf an GAGs hat, was ein Indiz dafür sein könnte, warum die berichteten sensationellen Heilungen beim Autismus gerade an relativ jungen Kindern geschahen. Owens meint, dass das relativ junge Kind deshalb etwas größere Reserven an GAGs habe.

Owens Ausführungen sagen zusammenfassend, dass diese GAGs die Hauptspeicher von Sulfaten bilden, die im Körper gehalten werden, dass diese GAGs sehr wichtig für den Schutz vor Angriffen auf die Zelle sind und dass deshalb jede länger anhaltende Entzündung zu einer Verminderung der Sulfate führen kann.

Um nochmals auf Dr. Shaw zurück zu kommen, welcher u.a. darüber berichtet hat, dass Candida sogar in die Zellen eindringen und daher nur noch schlecht zu bekämpfen sei, so wird klar, dass auch Candida im Zusammenhang mit einem Mangel an Sulfaten stehen kann. Fehlt nämlich biologisch verfügbarer Schwefel, dann können die GAGs nicht mehr ausreichend sulfatiert werden und die Zelle verliert ihren Schutz, ganz oder zumindest teilweise.

Sulfation und Entgiftung

Bereits eingangs unserer Berichterstattung haben wir von Dr. Waring als auch darüber berichtet, dass Schwefelmoleküle bei der Entgiftung von Phenolen und biogenen Aminen notwendig sind und dass ansonsten diese mit der täglichen Nahrung aufgenommenen Stoffe giftig sein können. Wenn autistisch behinderte Kinder Nahrungsmittel-Allergie-Tests unterzogen werden, da erhält man oft das Ergebnis, dass vor allem farbige Gemüsesorten für das Kind nicht verträglich sind. Nicht nur die Eltern, sondern auch viele Fachleute können sich darauf keinen richtigen Reim machen. Also versucht man, so gut als möglich Gemüse wie zum Beispiel Tomaten oder Paprika aus der Nahrung zu entfernen. Wenn das Kind bereits eine gluten- und kaseinfreie Diät einhält, dann wird die Auswahl der Speisen noch geringer.

Wenn Kinder nach den Allergietests solche Ergebnisse erhalten, dann kann dies mit den Phenolen zu tun haben, wenngleich es auch andere Ursachen geben kann. Es gibt eine Faustformel, dass farbintensives Gemüse reich an Phenolen ist. Es gibt jedoch eine Vielzahl an anderen "Giften", die mit der Nahrung aufgenommen und im Körper "entgiftet" werden müssen. Dabei ist allgemein bekannt, dass Schwefel zur Entgiftung der Leber beiträgt: Schadstoffe werden durch die Verbindung mit Sulfat wasserlöslicher gemacht und können dann über die Nieren ausgeschieden werden.

Ein vermutlich noch größeres Problem als die mit der Nahrung zu sich genommenen und nicht (ausreichend) entgifteten Schadstoffe dürfte bei autistisch Behinderten das Vorhandensein von Schwermetallen im Körper und vor allem im Gehirn sein, die nicht wieder ausgeleitet worden sind.

In unserer 11. Ausgabe begannen wir unsere Berichterstattung darüber wie folgt: "Das weltweit bekannte Autismus-Forschungs-Institut des Dr. Bernard Rimland aus San Diego (USA) veröffentlichte schon vor einiger Zeit auf seiner Webseite einen Aufsatz von Bernard und Koll. mit der Überschrift: Autismus - Eine besondere Form der Quecksilbervergiftung (Org.: www.autism.com/ari/mercury.html). Mrs. Bernard geht dabei insbesondere darauf ein, dass die Störungen bzw. die Verhaltensmuster, welche wir beim Autismus kennen und beschrieben werden, sehr viele Ähnlichkeiten mit denen einer Quecksilbervergiftung aufweisen. (...)".

In der Hauptsache drei Gründe, dass Autismus in Zusammenhang mit einer Schwermetall-vergiftung stehen können, werden von der Autorin genannt:

Der erste ist sicherlich etwas spekulativ, denn die Autorin stellt fest, dass autistische Symptome oftmals nach den ersten Mehrfachimpfungen auftreten. Dabei ist erwähnenswert, dass die meisten Impfstoffe Quecksilber als Bindemittel enthalten.

Der zweite Grund ist der, dass bei scheinbar unerklärliches Verhalten wie irrationale Ängste, schwacher oder fehlender Blickkontakt, aggressives Verhalten, Verwirrtheit und unerklärbare Stimmungswechsel, eine extreme Scheuheit, Gleichgültigkeit gegenüber Anderen, bewusste Abwendung von Anderen oder der Wunsch, allein zu sein, nicht nur Symptome sind, die man beim Autistischen Syndrom kennt, sondern die auch Menschen mit einer massiven Quecksilbervergiftung aufzeigen. Die Autorin wörtlich: "Wenn eine Quecksilbervergiftung nicht entdeckt wird, wird sie häufig zuerst als eine psychische Störung diagnostiziert."

Der dritte Grund schließlich ist der, dass bei vielen autistisch behinderten Kindern bei Tests bzw. Untersuchungen festgestellt wurde, dass eine überproportional große Belastung an Schwermetallen vorliegt. Gerade weil eine Schwermetall- bzw. insbesondere eine Quecksilbervergiftung als Ursache von autistischen Syndromen unweigerlich mit der Impfproblematik in Verbindung gebracht wird, ist dieses Thema besonders brisant und wird demzufolge sehr umstritten diskutiert.

Das beste Argument der Gegner dieser These ist sicherlich dieses, dass mit dem gleichen Impfstoffen eine sehr große Anzahl von jungen Kindern geimpft werden und nur ein verschwindend kleiner Bruchteil davon später autistische Symptome zeigt. Dass die Impfung allein ein Kind nicht autistisch macht, liegt daher auf der Hand.

Wenn man an dieser These, nicht zuletzt wegen der beiden anderen von der Autorin genannten Gründe für eine Quecksilberbelastung, trotzdem festhält und einen Erklärungsversuch dafür sucht, warum die meisten (nicht behinderten) Kinder keine nennenswerten Nachteile aus der Impfung bekommen, dann führt die Spur wieder auf die Rolle der Sulfation, da Schwefel beim Abbau von Quecksilber eine entscheidende Rolle spielt. Es ist nämlich bekannt, dass Quecksilber und Schwefel sich leicht miteinander verbinden können.

Schwefel spielt deshalb auch eine bedeutende Rolle bei der Entgiftung von Schwermetallen. Der Chelatbildner DMPS zum Beispiel, ein Medikament, welches vom Arzt zur Entgiftung von Quecksilber verordnet werden kann, besitzt zwei Schwefel-Wasserstoff-Atome, die Metalle fest an sich binden, allerdings nicht nur die schädlichen Schwermetalle, sondern auch die lebensnotwendigen Spurenelemente. Es werden stabile Komplexe gebildet, welche bei einer Entgiftungstherapie dann mit viel Wasser aus dem Körper ausgespült werden. Ähnlich funktioniert auch die Substanz DMSA, welche ebenfalls von der Medizin als Chelatbildner zur Entgiftung von Schwermetallen eingesetzt wird.

Ohne Arzt und Medizin versucht sich der Körper mit seinen eigenen, zur Verfügung stehenden Substanzen zu helfen, welche jedoch ab einem gewissen Schwergrad allein nicht mehr ausreichen. Cystein ist eine schwefelhaltige Aminosäure mit sehr vielfältigen biologischen Eigenschaften. Cystein wird zur Synthese von Glutathion, dem wichtigsten Antioxidans in der Zelle, benötigt. Glutathion reguliert das Zellmilieu, es sorgt für die optimale Arbeitsfähigkeit aller Enzymreaktionen, ist beteiligt an der Zellteilung und verhindert Schäden durch freie Radikale an den Zellmembranen. Vor allem aber bindet sich Cystein aufgrund ihrer Sulfatgruppe sehr gut an Quecksilber-Ionen, weshalb die Aminosäure entgiftende Eigenschaften hat.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass viele Untersuchungsergebnisse autistisch Behinderter auf einen Mangel gerade an schwefeltragenden Aminosäuren zeigen, zu denen insbesondere Cystein, Taurin und Methionin zählen.

Methionin und Cysteine sind nicht nur lebenswichtig und eine wichtige Komponente der Proteine in unseren Körpern, sondern sie unterstützen auch eine gute Leberfunktion und reinigen den Körper, weil sie aufgrund ihrer Struktur (sulfhydryle Gruppierung) in der Lage sind, Toxine zu binden und dem Körper zu helfen, diese auszustoßen. Die Leber filtert zwar Verschmutzungen aus dem Blut und deponiert viele davon im Verdauungstrakt, indem sie durch die Galle abgesondert werden. Ein Problem ist jedoch, dass viele Gifte im Darm-Trakt durch unser Körpersystem zurück absorbiert werden, wenn sie nicht dauerhaft gebunden werden. Diese dauerhafte Bindung nennt man Chelation und aufgrund ihrer Schwefelkomponenten besitzen diese Aminosäuren eine natürlich chelatierende Fähigkeit.

Auch wenn wir hier diese Problematik nur kurz ansprechen konnten (Details siehe WE 11), so wird doch klar, welche zentrale Rolle Schwefel beim Autismus spielen kann.