Auszüge aus der 13. Ausgabe
Mikroben und ihre Rolle beim Autismus:

Der Einsatz von Probiotika

Der Einsatz von Probiotika ist vielleicht ein ganz guter Ansatz, um langfristig eine Verbesserung der Gesundheit zu erreichen. Wenn auch Probiotika in der Fachwelt noch sehr umstritten sind, so kristallisieren sich doch zwei Dinge heraus: Erstens, der Einsatz von Probiotika ist höchstwahrscheinlich ungefährlich. Zweitens, der Einsatz von Probiotika bringt keine Besserung von heute auf morgen, sondern erfordert Geduld und vielleicht sogar noch begleitende Maßnahmen.

Bevor wir weiter von Probiotika sprechen, gilt es einige Begriffe zu klären. Wir erheben keinen Anspruch darauf, dass unsere Definition von Probiotika die richtige sei. Da dieser Begriff so unterschiedlich verwandt werden kann, wollen wir Ihnen erklären, was wir darunter verstehen, wenn wir nachfolgend von Probiotika sprechen.

Probiotika bedeutet "für das Leben" und ist das Gegenteil von Antibiotika. Bereits ein Jogurt, welcher Milchsäurebakterien enthält, kann als probiotisches Lebensmittel bezeichnet werden. Abgesehen von der Tatsache, dass Kinder mit Autismus gar keine Milchprodukte zu sich nehmen sollten, meinen wir nicht den Jogurt, wenn wir von Probiotika sprechen.

Wenn wir nachfolgend von Probiotika sprechen, dann sind damit Präparate gemeint, die Bakterienstämme enthalten, von denen man vermutet, dass sie eine positive Wirkung auf den Darm und damit auf die menschliche Gesundheit als Ganzes haben. In Bezug auf die Wirkungsweise von Probiotika ist sicherlich noch etliche Forschungsarbeit notwendig.

Wir stellen Ihnen nachfolgend einige Stämme vor, indem wir die bereits erwähnte US-Firma Kirkman Labs zitieren, welche bekanntlich sich auf Produkte für autistisch Behinderte spezialisiert hat und eng mit Autismusforschern zusammen arbeitet: Das englische Original finden Sie unter http://kirkmanlabs.com.

LACTOBACILLUS ACIDOPHILUS (LA-5)

Der Lactobacillus acidophilus ist wahrscheinlich der am meisten erforschte und damit am meisten bekannte Stamm, der sich in den Schleimhäuten im Mund, im Dünndarm als auch im urogenialen Bereich ansiedelt. Er leistet viele entscheidende Funktionen wie zum Beispiel das Hemmen pathogener (krankheitserregender) Organismen und Vorbeugung, dass diese sich nicht vermehren und ansiedeln können. LA-5 hilft bei der Verdauung und Absorption von Nährstoffen, hilft bei der Aufrechterhaltung der geregelten Abläufe und hilft, die Folgen einer Laktose-Intoleranz zu mildern, welche ihre Ursache in Defiziten in der Wirksamkeit der Laktase-Enzyme hat. Schließlich hat LA gezeigt, dass er eine hohe Toleranz gegenüber Säuren und Gallensalzen hat, was ihm zu einem funktionsfähigen Mikroorganismus macht.

Es gibt Belege dafür, dass der LA-5-Stamm ein breites Spektrum von natürlichen anti-mikrobialen Substanzen produziert, welche Aktivitäten gegen krankheitserregende Miktroorganismen wie  Escherichia coli (verursacht Montezumas's Rache und chronisches Nierenversagen), Staphylococcus aureus (Nahrungsmittelvergiftung und toxisches Schocksyndrom), Salmonellen (Nahrungsmittelvergiftung), Candida albicans (Hefeüberwucherung und Soor) und Shigella (Ruhr) entwickeln können. Er wirkt genauso gegen andere unerwünschte und krankheitserregende Organismen, die Stämme von Bazillen, Mikrokokken (Kugelbakterien) und Kornbakterien (Cornebacteria). Von Interesse dürfte noch sein, das LA, LA-1 gezeigt hat, in der Lage zu sein, sich an die menschlichen Enterozyten anzuhaften, was für die Bekämpfung pathogener Bakterien sehr wichtig ist.

In einer doppel-blind, placebo-kontrollierten Versuchsreihe an der Hudding Universität in Schweden wurde einer Gruppe das Antibiotika Clindamycin sieben Tage lang viermal am Tag zusammen mit einem Probiotika oder einem Placebo gegeben. Das Ergebnis war dies, dass nur 18 % der Gruppe, die Probiotika bekommen hatten, mit Clostridum defficle besiedelt waren im Vergleich zu 47 % der Palcebo-Gruppe. Auch die Wiederbesiedlung mit freundlichen Stämmen geschah schneller in der Probiotika-Gruppe, was sehr wichtig ist im Hinblick auf die Besiedlung mit Klostridien.

LACTOBACILLUS RHAMNOSUS

Dieser wichtige Lactobazillus verdient große Aufmerksamkeit für seine Fähigkeit, sich an die Schleimhäute anzuheften und den Darmtrakt zu besiedeln, weshalb er wichtige gesundheitserhaltende Funktionen ausübt. LR hat sich als effektiv erwiesen, um den Spiegel von Immunoglobin IgA in den Schleimhäuten des Darms ansteigen zu lassen. Dies ist besonders von Bedeutung bei autistisch behinderten Kindern, bei denen man niedrigere Spiegel von sIgA gefunden hat. Diese Stämme wirken, indem sie pathogene Organismen wie  E. coli, Listeria, Clostridia, Shigella and Salmonella, etc. verdrängen und damit auch präventiv gegen Darmentzündungen und Durchfall wirken.

Folgt man der Ansicht des kanadischen Mikrobiologen Dr. Eduardo Brochu, so siedelt sich LR nicht nur an, sondern er säuert auch das Milieu und schützt damit den Dünndarm. Er kann sich auch schnell im Dickdarm ansiedeln, um das Wachstum von Streptokokken und Klostridien zu hemmen, schafft anaerobe Bedingungen, welche die Ansiedlung von Bifidobakterien (Bifidobacterium) begünstigen und produziert die biologisch wertvolle L (+) Milchsäure (L (+) lactic acid).

LACTOBACILLUS GG

Die erste Untersuchung dieses Lactobacillus rhamnosus Stamms wurde von zwei Bostoner Wissenschaftlern, Dr. Sherwood Gorbach und Dr. Barry Golden unternommen. Sie isolierten diesen Stamm, den sie LGG nannten und sie erhielten dafür 1987 das US-Patent. Wie andere Lactobacilli Stämme entfaltet LGG viele nützliche Vorteile für die Gesundheit des Darms, insbesondere die Kontrolle gegen Überwucherung schädlicher Bakterien, es besiedelt den Darmtrakt, regt die körpereigene Abwehr an, hilft bei der Milchzuckerverdauung mit, beugt auf Milch bezogene allergische Reaktionen vor und spielt eine wichtige Rolle bei von Antibiotika, Rotaviren und Bakterien verursachtem Durchfall. In Bezug auf den Gebrauch bei Autismus ist jedoch von größter Bedeutung, dass es als sehr effektiv gegen schwere Infektionen im Darm gilt, insbesondere gegen Clostridia difficile. Studien haben ergeben, dass LGG die Infektion kontrollieren und die Wiederansiedlung von Clostridia defficile Organismen wirksam verhindern kann.

BIFIDOBACTERIUM BIFIDUM / LACTIS (BB-12)  

Bifidobacterium bifidum, kürzlich gekennzeichnet als B. lactis, ist der bekannteste Stamm von Mikroorganismen, der sich im Dickdarm, im letzten Teil des Dünndarms als auch bei Frauen im Vaginalbereich befindet. Der BB (BL) erfüllt eine Reihe wichtiger Funktionen wie die Verdrängung von krankheitserregenden Bakterien (Klostridien, Salmonellen, etc.) als auch Hefen (Candida albicans) und wirkt präventiv gegen deren Wiederkehr. Auch dieser Stamm heftet sich an die Schleimhäute an und verdrängt so die Pathogene.

BB gilt als Produzent von Essig- und Milchsäure, welche den pH-Wert senken (Milieu wird also saurer), was verhindert, dass ungewünschte Bakterien wachsen. Eine mit BB-12 Stämmen unternommene doppelblind placebokontrollierte Studie zeigte, dass die Symptome von Neurodermatitis mit BB-12 Präparaten entscheidend zurückgingen. Forscher fanden ein Ansteigen der IgA-Produktion in den Schleimhäuten des Darms, was das Risiko an Nahrungsmittelallergien reduziert.

Der BB-12 Stamm gehört zu den am meisten erforschten und getesteten B Stämmen, die heute verfügbar sind. Zahlreiche klinische Versuchsreihen wurden unternommen, die seine vielseitige Fähigkeiten zum Schutz der Darmflora und gegen allergische Entzündungen zeigen. Erst kürzlich wurde eine doppelblind placebokontrollierte Versuchsreihe mit 27 Kindern, die unter Neurodermatitis litten, durchgeführt. Einem Teil der Kindern wurde ein BB-12-Präparat gegeben, einem anderen Teil ein Präparat mit LGG und der dritte Teil erhielt ein Placebo. Nach zwei Monaten zeigten die Kinder, die Probiotika bekommen hatten, entscheidende Verbesserungen im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Diese Resultate zeigen, so die Autoren, die erste klinische Demonstration, dass spezifische Probiotika allergische Entzündungen bessern können. Die Daten indizieren fernerhin, dass Probiotika auch Entzündungen außerhalb des Darmmilieus entgegen wirken können.

LACTOBACILLUS CASEI

LC teilt einige der gleichen immunmodulierenden Effekte, die wir bei anderen Mitgliedern der Lactobacilli Familie gesehen haben. Er kommt gewöhnlich im Mund und in dem Membranen des Dünndarms vor, wo er pathogene Bakterien hemmt. Eine andere wichtige Qualität dieses Stamms ist, dass er der Effektivste in Bezug auf die Steigerung der Anzahl der IgA-produzierenden Zellen ist, welche eine wichtige Rolle in der immunen Abwehr des Darmes spielen. Bei Tests mit unterernährten Mäusen steigerte LC die IgA und die IgM-Konzentrationen und verbesserte die Darmflora qualitativ und quantitativ.

LACTOBACILLUS BULGARICUS

LB ist als die Kultur bekannt, welche man zur Produktion von Jogurt verwendet. Dieser Mikroorganismus siedelt sich nicht an, aber beim Durchwandern entfaltet er einen starken Einfluss vor allem im Dickdarm. Er ist beteiligt an der Zerlegung gewisser Nahrungsmittelkomponenten, bei der Reinigung und kann eine segensreiche Rolle bei der Aufrechterhaltung der geregelten Abläufe spielen. In Kombination mit anderen freundlichen Bakterien hat LB auch schon Wirkungen gegen Candida albicans gezeigt.

STREPTOCOCCUS THERMOPHILUS

ST gilt auch als ein wanderndes Bakterium. Im Darm entwickelt es einige positive Einflüsse auf die Gesundheit des Verdauungstrakts. Eine wichtige Funktion dieser freundlichen Bakterien ist die Fähigkeit, das Enzym Laktase zu bilden und damit die Verdauung von Milch zu steigern. Zusammen mit dem Lactobacillus bulgaricus bildet es eine Kultur, die bei der Herstellung von Jogurt gebraucht wird. Dieser Stamm produziert Milchsäure, welches für eine gute Umgebung für die angesiedelte Flora (Acidophilus und Bifidobakterien) sorgt als auch die weniger wünschenswerten und krankheitserregenden Bakterien hemmt.

Eine doppelblind placebokontrollierte Versuchsreihe an der John Hopkins Universitätsklinik bei Kindern zeigte bei der Benutzung von ST und BB-12 signifikante Reduzierungen in Fällen von Durchfall.

LACTOBACILLUS PLANTARUM

LP hat besitzt eine einzigartige Haftfähigkeit und verhindert, das sich E. coli an die Schleimhaut des Darms anheftet und verhindert damit, dass Endotoxine in den Blutkreislauf aufgenommen werden. Schließlich hat es starke Fähigkeiten gezeigt, Clostridia defficile Infektionen vorzubeugen.

LACTOBACILLUS SALIVARIUS

Dieses Mitglied der Lactobazillus Familie gilt als Produzent von Alpha-Galactosidase, welches hilfreich in der Reduzierung von Blähungen ist. Es hat noch andere Qualitäten, denn es ist sehr resistent gegenüber Tetracyclin und anderen Antibiotika. LS kann seine Fähigkeiten auch bei Zimmertemperatur erhalten. Von Interesse sind auch Studien, die die Fähigkeit von LS gezeigt haben, die Besiedlung von menschlichen Epithelzellen mit H pylori zu hemmen

LACTOBACILLIS HELVETICUS

Dieser einzigartige Lactobazillus Stamm ist ziemlich neu als Präparat und es wird vermutet, dass er zusammen mit Lactobacillus rhamnosus Analoge von DPP-IV-Enzymen produziert, welche die Fähigkeit hat, Exorphine zu verdauen. Der LR- und der LH-Stamm haben deshalb vermutlich eine wichtige Bedeutung für Menschen mit Autismus, weil diese freundlichen Bakterien diese Analoge produzieren.

LACTOBACILLUS RUTERI

LR erscheint als ein probiotischer Stamm mit eigenen sehr beeindruckenden Qualifikationen. Er stabilisiert die Darmflora, besonders in Zusammenarbeit mit LA und BB. Er schützt zudem gegen Pathogene.

Ende des Auszugs aus der Website von Kirkman Labs.

Die gesundheitsfördernde Menge, welche Probiotika spielen, kann in drei Punkten nochmals wie folgt zusammengefasst werden:

1.)

Verdrängung von gesundheitsschädigenden Bakterien durch Konkurrenz um Platz (Kolonisierungsresistenz oder Barriereneffekt genannt)

2.)

Produktion von organischen Säuren (Milchsäure, Essigsäure, Buttersäure und Propionsäure) und Bacteriocinen, die bakterientötend oder wachstumshemmend wirken

3.)

Stimulation des Immunsystems durch Erhöhung der Aktivität von Killerzellen und Makrophagen oder durch erhöhte Produktion von Antikörpern

Gegenmeinungen:

Nun darf nicht verschwiegen werden, dass es natürlich auch hier kritische Stimmen gibt. Da wurden Studien durchgeführt, welche zu dem Ergebnis kamen, dass sich eingenommene Probiotika im Darmtrakt nicht ansiedeln. Man stellte also fest, dass die eingenommenen Stämme nur Durchreisende gewesen waren, was bedeuten würde, dass der genannte Verdrängungseffekt (Kolonisierungsresistenz) nur frommen Wünschen entsprechen würde. Ein Kommentator meinte schließlich: "Probiotika seien zwar nicht schädlich, aber ein einfacher Jogurt habe die gleiche Wirkung!" Schaut man sich die zitierten Studien jedoch etwas genauer an, da fällt doch einiges auf:

Die erste Auffälligkeit war die Dauer der Studien. Die Ergebnisse wurden schon nach ein paar Wochen erwartet und fielen dementsprechend negativ aus. Es liegt doch wohl auf der Hand, dass so eine sensible Gesellschaft wie die der in uns lebenden Mikroben nicht in ein paar Wochen wieder aufgebaut werden kann, wo doch stark anzunehmen ist, dass sich die Missverhältnisse über Jahre hinaus langsam aufgebaut hatten, ehe sich die ersten Symptome gezeigt hatten. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Es ist gedanklich falsch, einfach Probiotika mit Medikamenten zu vergleichen. Probiotika brauchen viel mehr Zeit, bis sie Wirkung zeigen, weil sie kein einzelnes Symptom bekämpfen, sondern eine breite Grundlage für die Gesundheit schaffen sollen.

Die zweite Auffälligkeit war die, dass die Gruppe der Versuchspersonen nach den äußeren Symptomen (häufig das Symptom Durchfall), aber nicht nach den wirklichen Ursachen ausgesucht wurden. Wir erfahren leider nicht, was den Durchfall ausgelöst hat, wir erfahren nicht, ob die Patienten vorher auf andere Mikroben wie zum Beispiel den Candida untersucht wurden. Nach alledem, was wir inzwischen über Mirkoben wie zum Beispiel Candida gelernt haben, wenn man bedenkt, wie hartnäckig diese Winzlinge die Darmwände befallen können, dann wundert es nicht, dass eine solche Situation binnen weniger Wochen wieder umkehrbar ist.

Die dritte Auffälligkeit war die, dass bei den Versuchen meistens nur ein bestimmter probiotischer Stamm getestet wurde. Wieder sind wir bei dem hinkenden Vergleich mit dem Medikament angelangt. Andere Forscher haben nämlich festgestellt, dass die natürliche Darmflora bei jedem Menschen genau gleich aufgebaut ist. Im Gegenteil, sie ist sehr individuell zusammengesetzt, wobei vermutlich Alter und Ernährung einen bedeutenden Einfluss auf die Zusammensetzung haben, vielleicht aber auch die genetische Veranlagung, das Geschlecht, die Rasse, sowie Umwelteinflüsse wie z.B. Stress.

Man fand fernerhin heraus, dass einige Menschen eine sehr stabile und relativ einfach zusammengesetzte Darmflora besaßen, während bei anderen die Darmflora aus vielen verschiedenen Stämmen bestand. Doch damit noch nicht genug: Bei jedem Menschen ändert sich vermutlich die Zusammensetzung ständig: Einige Stämme kamen neu hinzu, einige verschwanden und tauchten teilweise später wieder auf.

Aus diesen Gründen ist es vermutlich unmöglich, die einzelnen Stämme beim Menschen auf ihre spezifischen Eigenschaften auszutesten. Es sind vielmehr Erfahrungswerte, auf die die Einschätzung der Eigenschaften beruhen.

Die letzte Auffälligkeit war die, dass die Anzahl der eingesetzten Bakterien doch sehr variiert. Bei einer negativ verlaufenen Studie waren es einige Millionen von keimfähigen Bakterien pro Kapsel, während im Gegensatz dazu zum Beispiel die Kirkman Produkte Billionen von Bakterien enthalten.

Das Prinzip IMPULS UND WECHSEL von Probiotika

Es ist denkbar, dass Probiotika oder probiotische Präparate ihre Wirkung verfehlen, wenn man sie nicht richtig einsetzt. Die Amerikaner verwenden deshalb Probiotika mit dem Prinzip "Pulse and Rotation", was frei übersetzt "Impuls und Wechsel" bedeutet. Was dürfen wir darunter im Klartext verstehen:

In der Physik versteht man unter Impuls eine zwar recht kurzfristige, jedoch sehr starke Kraftentfaltung. Wie bereits erwähnt, steckt die Forschung in Sachen Probiotika noch in den Kinderschuhen, aber wäre logisch, dass ein zu kleiner Impuls keine Wirkung zeigt, wenn die Gegenkraft zu groß ist.

Kirkman schlägt deshalb relativ hohe Dosierungen von Probiotika vor, in der Regel sind dies 20 bis 30 Billionen kolonienformenden Einheiten pro Kapsel (CFU), während die auf dem deutschen Markt erhältlichen Präparate bis auf ganz wenige Ausnahmen höchstens Einheiten in Milliardenhöhe enthalten.

Wir wissen es nicht, aber möglicherweise macht dieser tausendfache Unterschied den Impuls aus, von dem die Amerikaner sprechen.

Wie wir bereits erwähnt haben, ist die Darmflora jedes einzelnen Menschen unterschiedlich und ändert sich im Laufe der Zeit. Es ist deshalb logisch, dass ein Präparat allein gar nicht die Wirkung zeigt, die man von ihm erwartet. Ein WECHSEL zwischen verschiedenen Präparaten von Zeit zu Zeit (zum Beispiel alle zwei Wochen) verspricht deshalb mehr Aussicht auf Erfolg. Was jedoch die Gesamtdauer der Behandlung angeht, so ist dies sicherlich abhängig von der Stärke der zu behandelnden Schädigung. Bei Kindern mit Autismus reichen mit Sicherheit ein paar Wochen nicht aus. Ob daraus Monate oder sogar Jahre werden können, hängt sicherlich von jedem Einzelfall selbst ab. Vermutlich werden uns in einer der nächsten Ausgaben mehr Erfahrungswerte als bisher vorliegen.

Pre- oder Präbiotika

Unter Pre- oder Präbiotika (es gibt verschiedene Schreibweisen) versteht man unverdauliche Lebensmittelbestandteile, die den Wirt ( = Mensch) durch selektive Stimulation von Wachstum und/oder Aktivität einzelner oder einer begrenzten Zahl Bakterienstämme im Dickdarm günstig beeinflussen und dadurch die Gesundheit des Wirtes verbessern [Gibson und Roberfroid, 1995].. Im Klartext bedeutet dies: Nahrung für die guten Bakterien.

Präbiotika sind keine lebenden Organismen, sondern unverdauliche Kohlenhydrate. Sie wirken als lösliche Ballaststoffe, die nicht verdaut und aufgenommen werden, sondern den Darmbakterien (damit auch den probiotischen Bakterien) als Nahrung dienen. Die Bakterien vergären die präbiotischen Substanzen und gewinnen daraus Energie, Stoffwechselprodukte und Nährstoffe. Die Stoffe, die man jedoch zu den Präbiotika zählt, werden nur von einer begrenzten Zahl von Bakterien, nämlich den Guten, vergärt. Das Präbiotische Prinzip ist also eine selektive Fütterung der wünschenswerten Mikroorganismen.

Die hierzulande erhältlichen Präbiotika sind hauptsächlich Inulin und Oligofruktose, die beide zu den Fruktooligosacchariden gehören Inulin ist in vielen Pflanzen (z.B. Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Spargel, Artischocke, Banane und Weizen) enthalten. Oligofruktose wird durch enzymatische Hydrolyse aus Inulin hergestellt.

Kirkman bietet das Produkt "scFOS" an (Fructooligosacchariden). Kirkman's scFOS ist mild süß, kalorienarm und kann mit anderen Nahrungsmitteln zusammen eingenommen werden. Es enthält keine Milch, keine Soja, kein Korn, kein Weizen und keine chemischen Konservierungsmittel. Es kann mitgebacken werden und gibt vielen Rezepten einen wundervollen, süßen Geschmack.

Werden in einem Präparat Probiotika und Präbiotika zusammen angeboten, dann spricht man von einem symbiotischen Produkt.

Kirkman's Produkte können derzeit relativ kostengünstig über die niederländische Firma

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