Dirk Beckedorf, Franz Müller:

"Von der Resonanz zur Bindung“

Förderung von Wahrnehmung und Bindung durch die Systemische Hörtherapie

Aus der Pressemitteilung vom 19.05.2010

Was tun, wenn der Hals-Nasen-Ohren-Arzt keine Erklärung dafür hat, dass das Kind überempfindlich auf Geräusche reagiert, nicht richtig zuhört, unruhig wirkt und zu anderen Kindern keinen Kontakt findet? Oft verweisen Ärzte dann auf Ergotherapeuten oder Logopäden, dabei wären die Kinder in der „Systemischen Hörtherapie“ bei Dr. Dirk Beckedorf und Franz Müller besser aufgehoben. Denn obwohl organisch alles okay ist, haben einige Kinder funktionelle Störungen. „Sie können die Töne im Gehirn nicht richtig verarbeiten oder die Feinabstimmung im Ohr klappt nicht“, erläutern der Bremer Facharzt für Innere Medizin und sein Kollege aus Mölln. Die Kinder geraten unter Stress, die Eltern genauso, und schon knirscht es im Familienalltag.

Beckedorf und Müller, die seit 17 Jahren mit auffälligen Kindern Hörtherapie machen, haben den Therapieansatz des französischen Arztes Dr. Alfred A. Tomatis weiterentwickelt. Dabei wird das kindliche Gehirn mit Musik stimuliert. Die Hörtherapeuten setzen ausgewählte Stücke von Mozart ein, die sie durch einen Klangwandler verändern. Unterschiedliche Frequenzen werden dabei betont. Sie haben eine spezifische Wirkung: Tiefe Frequenzen sprechen die Körperwahrnehmung an, mittlere die Sprache, hohe die Aufmerksamkeit. „Häufig sagen Eltern, dass ihr Kind plötzlich größer wirke“, berichten die beiden Hörtherapeuten. In Wirklichkeit habe sich die Muskelspannung verbessert, das Kind richtete sich auf. Neben der körperlichen Aufrichtung findet auch eine innere Aufrichtung statt – die Kinder werden freier, selbstbewusster und offener.

Wichtig ist beiden, dass sie auch die Weiterentwicklung der Kinder betreuen. Die kleinen Patienten hören nicht nur die ausgewählte Musik oder bestimmte Hörstücke, sondern drücken dabei ihre Befindlichkeit durch Malen, Spielen oder Basteln aus. Oft wird die Bindung zu Mutter und Vater im Verlauf der Therapie enger, so dass auch die ganze Familie in die Therapie mit einbezogen wird. Dabei werden die Eltern und Geschwister hörtherapeutisch, aber auch psychotherapeutisch unterstützt. Gerade in der Arbeit mit behinderten Kindern könne man viel erreichen, berichten die Hörtherapeuten: „Mit autistischen Kindern gewinnt man unglaubliche Erfahrungen, man lernt, sie zu verstehen.“

Dirk Beckedorf und Franz Müller haben ein Buch über die Hintergründe der Therapie und den Praxisalltag geschrieben. Das Werk „Von der Resonanz zur Bindung“ informiert Eltern wie Fachleute. Fünf Fallbeispiele beschreiben den Therapieverlauf. Es ist ab Mai im Buchhandel erhältlich.

Dirk Beckedorf, Franz Müller: „Von der Resonanz zur Bindung“, Förderung von Wahrnehmung und Bindung durch die Systemische Hörtherapie
300 Seiten, broschiert, illustriert, ISBN 978-3-934391-48-2, 19,80 Euro, Ulrich Leutner Verlag, lieferbar ab Mai 2010

Ansprechpartner
Dirk Beckedorf, Telefon 0421-3762393
Franz Müller, Telefon 04542-20

Zu den Buchautoren:

Dr. med. Dirk Beckedorf

hat in Bremen seine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin absolviert. Er wurde 1992 in Psycho-Phonologie bei Professor Dr. Alfred A. Tomatis in Paris ausgebildet und wurde in Hannover zum Psychoanalytischen Kunsttherapeuten. Seit 1993 arbeitet Dirk Beckedorf in Bremen in eigener Praxis mit der „Systemischen Hörtherapie“. Er hilft unter anderem Kindern, deren Entwicklung verzögert ist und behandelt Aufmerksamkeitsstörungen sowie Lese- und Rechtschreibschwächen. Die Arbeit mit Erwachsenen ist vielfältig: Neben der Linderung von Tinnitus-Symptomen oder Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) behandelt er auch psychische Probleme wie Burnout oder depressive Episoden, kombiniert mit Psychotherapie oder Kunsttherapie. In Zusammenarbeit mit dem DRK Bremen und der St. Petri Kinder- und Jugendhilfe hat Dirk Beckedorf ein Pilotprojekt entwickelt, das voraussichtlich im Winter 2010 starten wird: Kinder aus sozialen Brennpunkten können dann mithilfe der Hörtherapie leichter ihre Herkunftssprache und auch die deutsche Sprache erlernen.

Diplompsychologe und Diplomtheologe
Franz Müller

wurde im Jahr 1992 von Dr. Alfred A. Tomatis ausgebildet. Er hat eine eigene Praxis für Kommunikationstraining, Hör- und Psychotherapie in Mölln. Schwerpunkte seiner Arbeit sind die Verbindung der Hörtherapie mit der Psychotherapie sowohl in der Arbeit mit Kindern als auch mit Erwachsenen. In dem Kommunikationstraining in seiner Praxis kommt es zu einer Integration von Hörtherapie, Körper-, Atem- und Stimmarbeit. Mit Dirk Beckedorf leitet er das Weiterbildungsinstitut für Systemische Hörtherapie „Auris Integralis“. Als ausgebildeter Elektrotechniker hat er mit einem Team die Arbeitsgrundlage, das neue digitale „Elektronisches Ohr“(DEEAdvanced), entwickelt.